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You've been schooled. Von Michèle Rothen

Ein junger Mann, Typ Hipster, kommt in ein Café. Die Barista, ebenfalls Typ Hipster, sagt hallo und erwartet seine Bestellung.

 Er: Ja hoi, Espresso bitte.

Sie: Robusta oder Arabica?

Er: Äh, Arabica.

Sie: Weil du glaubst, Robusta sei schrott oder weil du ein Finöggeli bist?
Er: Sorry?

Sie: Wir haben einen geilen Robusta. Ich weiss, er hat einen schlechten Ruf, weil er halt eben, wie der Name schon sagt, lange vor allem auf Robustheit gezüchtet wurde, aber der, den wir haben ist wahrscheinlich der beste der Welt. Herb, holzig, erdig, mit langanhaltendem butterigem Mundgefühl. Aber schon eher was für echte Kerle, wenn ich das so sagen darf. 30 Prozent mehr Koffein als Arabica, der haut ordentlich rein.

Er: Mir ists vor allem wichtig, dass er nachhaltig produziert ist. Bio und so.

Sie: Pffff Bio. Die Kaffees, die wir haben, kann man mit diesen Kategorien gar nicht mehr beschreiben. Also, der Robusta, den du gleich trinken wirst, hat Nishant in Südwestindien angebaut, geerntet und aufbereitet. Nishant ist ein komplett Wahnsinniger, wenn die Lieferung parat ist, schickt er dem Röster in Zürich ein Bild von den Säcken per Whatsapp und ein paar Emoticons und fragt nachher, ob „sein Kaffee“ gut angekommen sei.

Er: Das ist doch mal Globalisierung auf die sympathische Art.

Sie: Also, Robusta oder Arabica?

Er: Du bist echt nicht besonders freundlich, aber irgendwie macht mich das an, wenn ich so geschulmeistert werde.

Sie: Dann ist das ja eine Win-Win-Situation. Ein Robusta?

Er: Klar. Ich bin schliesslich ein echter Kerl.

Sie: Das glaub ich dir sofort.